Philosophie

Folge nicht den Spuren der Meister.

Suche was sie gesucht haben.

Eine ZEN Weisheit

Es sollte unser Bestreben sein, jedes Mal wenn wir mit den Pferden arbeiten besser und besser zu werden. Wir sollten uns jeden Tag darum bemühen, die perfekte Harmonie mit unserem Partner Pferd zu finden und stets unser eigener strengster Lehrer sein. Dies sind die Anforderungen, welche ein Reiter, in jedem Umgang mit den Pferden, an sich selber stellen müsste. Da diese Anforderungen aber alles andere als einfach sind, haben wir es uns zum Ziel gemacht, möglichst viele Menschen und deren Pferde auf diesem Weg zu begleiten.

 

Das Ziel unserer Arbeit besteht darin, unsere Pferde so lange wie möglich gesund zu erhalten und viele Jahre mit ihnen zu verbringen. Sie müssen somit die Fähigkeit erlangen, uns, ohne körperlichen Schaden zu nehmen, auf ihrem Rücken zu tragen. Deshalb haben wir die Aufgabe, unsere Pferde dementsprechend zu fördern und zu gymnastizieren. Theoretische Erkenntnisse von biomechanischen Bewegungsabläufen und viele Erfahrungswerte aus der Arbeit mit den Pferden ermöglichen es uns, diese Aufgabe zu erfüllen. Der Weg zum losgelassenen Pferd beginnt in der Bodenarbeit und endet unter dem Sattel. Balance, Formgebung, Geraderichtung, Dehnung, Geschmeidigkeit, Tragkraft, Losgelassenheit und Schwung müssen erarbeitet werden, damit Harmonie und Leichtigkeit in jeder Ausbildungsstufe erreicht werden.

 

Doch nicht nur die Ausbildung des Pferdes steht im Vordergrund. Es ist unser Bestreben, auch unsere menschlichen Schüler bestmöglich auszubilden. Theoretisches Wissen, kann aber nur dann verstanden werden, wenn die Theorie in der Praxis erfühlt werden kann. Diese erfühlten Momente, zeigen uns den Weg auf. Nur wenn wir die perfekten Momente, die zur Harmonie führen, gespürt haben, wissen wir, wonach wir immer wieder suchen müssen. Möglichst viele dieser gefühlten Erfahrungen möchten wir gemeinsam mit unseren Schülern erarbeiten, damit auch diese zu guten Ausbildern ihrer Pferde werden.

 

​In der gesamten Ausbildung von Mensch und Pferd steht für uns die Harmonie im Vordergrund. Damit diese Harmonie aufgebaut werden kann, müssen wir Menschen hinhören, wenn uns die Pferde unsere eigenen Fehler vor Augen führen. Wir müssen verstehen, wenn uns das Pferd mitteilen will, dass es ihm nicht wohl ist. Wir müssen begreifen, dass diese wundervollen Tiere immer ihr Bestes geben werden, wenn sie von uns Menschen gerecht und liebevoll behandelt werden. Harmonie bedeutet gegenseitiges Vertrauen, Respekt, Konsequenz, Freundschaft und Verständnis.

 

 

Mit Pferden aufzuwachsen und von klein auf den richtigen Umgang mit diesen edlen Tieren zu lernen, ist wohl der Traum von vielen Pferdeverrückten. Ich musste diesen Traum nicht träumen, er war Realität. Meine Eltern hatten schon zwei Pferde, bevor es mich überhaupt gab und als ich drei Jahre alt war kam mein Pony Tschandit zu uns.

Anja Hass

Dank meiner Mutter - Karin Hass - konnten wir zu dem Team heranwachsen, welches wir 26 Jahre lang waren - RIP Tschandit. Meine Mutter bildete uns Beide mit ihrem unendlichen Wissen und mit viel Geduld und Liebe aus. Nebst meiner Mutter begleitet mich unter anderem Bent Branderup seit vielen Jahren auf meinem Weg. Von 2012-2015 gehörte ich zu seinen lizenzierten Trainern, setzte im Jahr 2016 aufgrund von unserem Umzug nach Deutschland aus und freue mich nun darüber, dass ich im Jahr 2017 meine Trainerlizenz wieder aktivieren durfte. 

Meine wertvollsten Lehrer begleiten mich aber tagtäglich –meine Pferde, meine Schüler und die Pferde meiner Schüler. Die Ausbildung von unseren eigenen Hengsten fordert jeden Tag vollste Hingabe, viel Wissen, viel Liebe und viel Detailarbeit. Sie schulen mich darin, dass es nicht darum geht, was man reitet, sondern wie man reitet und vor allem wie man mit diesen wundervollen Wesen umgeht. Auch meine Schüler und deren Pferde, zeigen mir jedes Mal aufs Neue, wie unglaublich schön die Momente sind, in denen Pferd und Mensch in Harmonie miteinander arbeiten.

Nebst meiner reiterlichen Ausbildung habe ich einen Studiumsabschluss als M. Sc. Psychologin. Der psychologische Hintergrund ermöglicht es mir den Pferd-/Reiterpaaren ganzheitlich zu begegnen und so finden lernpsychologische Grundsätze auch ihren Platz in meinem Unterricht. Denn nur ein Schüler, welcher versteht, warum er was tut, wird ein guter Schüler. Doch auch die Arbeit mit dem Geist von Pferd und Reiter stellt die Grundlage für die Weiterentwicklung der körperlichen Fähigkeiten dar. Ein verkrampfter Reiter, der Angst hat oder sich mit anderen einengenden Themen beschäftigt, wird nie sein volles Potential entfalten können. Mein Ziel ist es, meine Schüler gemeinsam mit ihren Pferden auf den Weg der Harmonie zu führen und aus dem erlernten Handwerk eine wundervolle Kunst entstehen zu lassen.

Auf die beliebte Frage „Nach was für einem Reitstil reitest Du?“ antworte ich gerne folgendes:

„Ich reite ein Pferd, keinen Reitstil.“  Und so unterrichte ich heute ganz unterschiedliche Menschen-/Pferdepaare; einige wollen ihren Freizeitpartner möglichst gut gymnastizieren, andere starten an Dressurturnieren, andere an Springturnieren und andere wollen einfach Freude mit und an ihrem Pferd haben. Jeder von ihnen möchte aber fein, leicht und biomechanisch korrekt reiten. Und so unterstütze ich jeden dort, wo es Unterstützung braucht.

 

 

Seit ich denken kann, bin ich dem Pferdevirus verfallen. Bereits als kleines Mädchen gab ich alles dafür, mit diesen edlen Wesen Zeit zu verbringen. Als ich sechzehn Jahre alt war, durfte ich den Irländer Apollo als Pflegepferd betreuen. Apollo war kein einfaches Pferd und er liess sich bald nur noch von mir pflegen und reiten.

Karin Hass

So kam es, dass er mir von seinem Besitzer geschenkt wurde und ich mein erstes eigenes Pferd hatte. Danach kauften wir für meinen Mann den Holländer Thorso. Apollo musste leider im Alter von neunzehn Jahren aufgrund gesundheitlicher Probleme von uns gehen und wir begaben uns auf die Suche nach einem neuen Pferd. So kam es, dass der Ungare Csongor im Alter von vier Jahren unausgebildet in mein Leben trat. Da ich mich damals zu unerfahren fühlte ein Pferd selber auszubilden, gab ich Csongor in Ausbildung. Als er zurück kam war er nicht mehr das selbe Pferd und ich schwor mir, nie mehr ein Pferd aus der Hand zu geben. Deshalb begab ich mich auf die Suche. Auf die Suche nach einem anderen Weg, auf die Suche nach Harmonie mit meinem Pferd. Auf dieser Suche wurde mir klar, dass man nur mit ehrlicher Selbstkritik voran kommt, denn die meisten Fehler liegen beim Reiter und nicht beim Pferd.

Ich tangierte viele Lehren von diversen, damals noch unbekannten, Pferdemenschen. Dabei stellte ich mir unendlich viele Fragen nach dem "warum, wie und weshalb?". Einige dieser Fragen konnten mir durch die Reitlehren von Linda Tellington Jones, Claus Penquitt, Klaus Schöneich und Gerd Heuschmann beantwortet werden; doch hatte ich immer noch unzählige Fragezeichen in meinem Kopf. Schliesslich traf ich auf die Lehre von Bent Branderup, welche mir viele der verbliebenen Fragen beantworten konnte.

Mein Ziel bei der Ausbildung von Pferden ist es, diese so zu gymnastizieren, dass sie bis ins hohe Alter gesund und leistungsfähig bleiben und mit Begeisterung mitarbeiten. Tschandit, das Pony unserer Tochter, wurde von Anfang an nach diesen Prinzipien ausgebildet und alle, die ihn sehen, sind hellauf begeistert. Aufgrund dessen fragte man mich, welchen Weg ich gegangen bin und ob ich bereit wäre, diesen Weg zu vermitteln. Mit Begeisterung gebe ich seither meine Erfahrungen weiter und freue mich zu sehen, wie sich meine Schüler und ihre Pferde zusammen entwickeln. Durch die Arbeit mit ihnen kann auch ich mich täglich weiterentwickeln.

Aber mein bester Lehrer Granza kam im 2005 als Wildpferd zu mir. Auf alle noch offenen Fragen konnte ich durch seine Ausbildung eine Antwort finden. Er schult mich jeden Tag in allen Belangen die mit Pferden zu tun haben und fordert mich immer wieder dazu heraus neue Lösungswege zu finden. Er ist ein herrlicher Hengst mit einem starken Charakter und einem hochsensiblen Wesen. Ich bin ihm unendlich dankbar dafür, dass er meinen Weg gekreuzt hat und ich so viele schöne Stunden mit ihm verbringen darf.